Die fleißigen Summer

Ob sie im Stock oder in der Ritze sitzen, Honigbienen und Mauerbienen liegen den Stadtwerken Merzig gleichermaßen am Herzen.

Man könnte ihn „den Bienenflüsterer“ nennen, denn Dirk Wilbois weiß, was die nützlichen Tiere brauchen. Seit sieben Jahren als Tiefbauer bei den Stadtwerken Merzig tätig, zieht er privat Honigbienenvölker auf. Diesem Hobby geht er hauptsächlich sonntagmorgens für jeweils zwei Stunden nach. „Ich werde von meinem Chef und den Kolleginnen und Kollegen tatkräftig unterstützt. Sie stellen mir beispielsweise Material zur Verfügung und helfen, wenn die Untersuchung vom Gesundheitsamt ansteht. Ich bin dafür sehr dankbar“, sagt der Imker.

Aufzucht der Honigbienen

„Die Völker, von denen ich Honig beziehe, werden Wirtschaftsvölker genannt. Sie brauchen etwa ein Jahr, bis sie stark sind und umgesiedelt werden können. Eine Wabe hat im Sommer zwischen 50 000 und 60 000 Bienen, denn im April und Mai geht die Legeleistung der Königin hoch. Der Honigertrag ist wetterabhängig. Wenn es zu nass oder zu heiß ist, gibt es keinen Honig. Manchmal kann ich dreimal im Jahr schleudern, manchmal gar nicht“, berichtet Dirk Wilbois.

Umsiedlung zur Heimlinger Quelle

Die Stadtwerke Merzig haben an der Heimlinger Quelle einen Standort eingerichtet, an dem bereits fünf Bienenvölker zu Hause sind. Weitere vier Völker werden dahin umgesiedelt. Drei davon sind zurzeit bei einem mit Dirk Wilbois befreundeten Imker. „Für die Umsiedlung fahre ich spätabends zu ihm, wenn die Völker schlafen“, erzählt er. „Ich möchte die Wirtschaftsvölker zusammen an einem Standort haben, das erspart viele Wege. Zudem ist es an der Heimlinger Quelle idyllisch und ruhig, das ist gut für die Bienen.“

Die Nutzung des Honigs

Dirk Wilbois verkauft seinen Honig nicht, den bekommen die Kolleginnen und Kollegen. Aus dem Wachs wird Lippenpflege gemacht, und künftig will er vielleicht auch Kerzen daraus ziehen. „Vor allem die Kolleginnen haben immer gute Ideen, worüber ich sehr froh bin.“

Lebensweise der Mauerbienen

Der Imker weiß auch, dass es 580 Wildbienenarten gibt, zu denen die Mauerbienen zählen – die widerstandsfähigeren Roten und die Gehörnten. Im Gegensatz zu Honigbienen leben sie als Einzelgänger. „Sie haben kein Volk und machen sozusagen ihr eigenes Ding. Die Männchen, die mit ihrem weißen Bart lustig aussehen, schlüpfen als Erstes und leben zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit schlüpfen die Weibchen, die vier bis sieben Wochen leben. Beide paaren sich und die Weibchen fangen sofort mit der Eiablage und Brut an, wofür sie Pollen und Nektar verwenden. In einem Röhrchen werden bis zu 20 Larven gezüchtet, die Mauerbienen verschließen den Eingang mit Lehm und überwintern hier auch. Wenn man im ersten Jahr 50 hat, sind es im zweiten Jahr schon 200 bis 300.“

Hotel wird gestellt

Mauerbienen werden mit speziellen Insektenhotels angelockt. Die Stadtwerke Merzig haben am Ellerweg ein Mauerbienenhaus aufgestellt. Welche Vorteile dieser Standort bietet, erklärt Dirk Wilbois: „Mauerbienen lieben Sonne und Wärme und suchen sich kleine Plätze. Daher kauften die Stadtwerke ein Starterpaket und ein Schreiner fertigte Nistplätze an. Gegenüber dem Ellerhof ist eine Obstplantage. Das ist ideal, denn Mauerbienen sind wichtige Bestäuber im Obstanbau. Da sie nicht mit dem Wabenbau beschäftigt sind, ist ihre Bestäubungsleistung entsprechend höher als bei den Honigbienen. Zudem fliegen sie auch bei schlechtem Wetter. Und während die Honigbiene nur die Blumen anfliegt, die gut riechen, ist die Mauerbiene nicht so wählerisch, sie nimmt alles.

So können Sie selbst Bienen schützen

Der Schutz der Umwelt ist dem Imker sehr wichtig. Er empfiehlt die Aussaat von Wildblumensamen, um Bienen anzulocken. Auch wenn Dirk Wilbois seinen eigenen Honig nicht verkauft, appelliert er: „Schauen Sie, ob es in Ihrer Nähe einen Imker gibt. Dieser Honig ist nicht nur besser als der raffinierte aus dem Supermarkt, es ist auch nachhaltiger, den Honig regional zu kaufen und dadurch Lieferwege zu vermeiden.“