Tritt Trump aus dem Pariser Klimaabkommen aus?

Trumps Berater treffen sich, um eine entscheidende Frage für den Klimawandel zu debattieren: Soll Amerika den Klimaschutzvertrag von Paris aufkündigen?

195 Länder unterzeichneten im Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen. Ihr Ziel: die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Auch die USA hatte sich zu Reduktion ihrer Emissionen verpflichtet. Doch dieses Versprechen könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn US-Präsident Donald Trump äußerte schon vor seiner Wahl, dass er den Vertrag aufkündigen wolle. Jetzt könnten den Worten Taten folgen. Trumps Berater diskutieren am heutigen 18. April die Optionen der USA. Das Ergebnis des Treffens soll die Entscheidungsgrundlage für Trump bilden. Die Berater, die an dem Meeting teilnehmen, sind unter anderem Energieminister Rick Perry und der Leiter der US-Umweltbehörde (EPA) Scott Pruitt. Perry, der früher Gouverneur in Texas war, bezeichnete in der Vergangenheit den Klimawandel als Manipulation der Wissenschaft. Er sagte, er glaube nicht an die globale Erwärmung, weil das Phänomen auf manipulierten Daten beruhe. Pruitt, ein früherer Justizminister von Oklahoma, erklärte, das Klimaabkommen sei ein schlechter Deal für die USA. Er setzte sich in der Vergangenheit schon massiv gegen Obamas Clean Power Plan ein.

Kritik an dem Austritt

Exxon-Mobil forderte in einem Brief die US-Regierung auf, an dem Pariser Abkommen festzuhalten. Nur so könnten „gleiche Wettbewerbsvoraussetzungen“ garantiert werden, „damit die weltweiten Energiemärkte so frei und konkurrenzfähig wie möglich bleiben“. Sogar Trumps Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner, die beide als Berater im Weißen Haus arbeiten, sind für einen Verbleib in dem Abkommen von Paris. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte in der Süddeutschen Zeitung, wer versuche, den Rückwärtsgang einzulegen, schade nur sich selbst.

Trumps Klima-Kurs

Trump hob bereits mehrere Klimaschutzbestimmungen auf, mit denen Obama den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken reduzieren und die Methangasemission in der Erdöl- und Gasgewinnung bremsen wollte. Zudem versprach Trump der Kohleindustrie ein Comeback. Auch den Austritt aus dem Klimaschutzabkommen von Paris versprach er in der Wahl. Ob er sein Wahlversprechen umsetzt, wird sich jetzt zeigen. Die Entscheidung soll noch vor dem G7-Gipfel Ende Mai fallen.